kolumne

Wer nicht kämpft, verliert

“Ich möchte zum Morgenmagazin ins ZDF”, sage ich zu ihm, während er die Nachrichten überfliegt.

Er schaut mich amüsiert an, doch seine Mine erstarrt, als er meinen entschlossenen Gesichtsausdruck sieht.

“Worüber willst du denn reden?”, fragt er mich. “Dein Buch ist doch noch nicht mal draußen, geschweige denn ein Bestseller.”

“Na, über mich und über meine Lebensphilosophie”, sage ich, als hätte das längst klar sein sollen.

Er schweigt.

Es liegt nicht daran, dass er nicht an mich glaubt, denn das tut er. Er sagt es mir oft genug – nicht immer direkt, manchmal durch die Blume, und ist dabei einer meiner größten Unterstützer.

Doch manchmal träume ich ihm zu groß. Ich schwebe mit meinem Kopf in den Wolken und er will mich daran erinnern, dass nicht jeder Traum in Erfüllung geht und mir das klar sein sollte.

Es ist mir klar.

“Aber was ist die Alternative?”, frage ich dann. “Nichts tun? Nicht losgehen für meine Träume?”

“Nein…”, sagt er und scheint in der Zwickmühle zu sein.

Ich bin ihm dankbar für jedes kritische Wort, denn es stärkt mich am Ende. Immer. Entweder, weil ich tatsächlich zu träumerisch an bestimmte Dinge rangehe oder weil es mir zeigt, wie viel Willen und Stärke in mir liegt.

Meistens.

Es gibt auch andere Momente. Es sind die Momente, in denen ich im Bett liege und mich frage, was das alles für einen Sinn macht. Ob es mich braucht. Ob ich tatsächlich einen Unterschied mache. Und was ich sonst machen soll, wenn nicht genau das, was ich tue.

Denn das hier – schreiben, erzählen, inspirieren – ist das, was ich kann und das, was ich mag und das, was ich machen könnte bis ans Ende meiner Tage.

Meistens.

Außer eben in diesen Momenten, in denen ich den Sinn verliere.

Ich hatte schon etliche von diesen Momenten, kann sie nicht mal mehr zählen.

In diesen Momenten hadere ich mit mir und meinem Sein und meinem Wirk…

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