kolumne

Mein Jahr 2020

„Hey, wünsche dir auch einen guten Rutsch ins neue, aufregende Jahr. Mal sehen, was es so an Wendungen und Überraschungen für uns bereit hält.“

Diese Worte gehörten zu den letzten, die ich im Jahre 2019 gelesen hatte. Ich konnte in dieser Silvesternacht nicht ahnen, wie viele Wendungen und Überraschungen das Jahr tatsächlich für mich bereit hielt. Ich konnte nicht ahnen, was für eine (emotionale) Achterbahnfahrt dieses Jahr werden würde, wie viele Abschiede und Begegnungen auf mich warten würden, wie viele Neuanfänge, wie viele neue Erfahrungen.

2020 war so überraschend wie kein Jahr zuvor, doch geichzeitig so stimmig, dass es rückblickend gar nicht anders kommen konnte als genau so. Alles hat irgendwie Sinn gemacht, auch wenn es anfangs schmerzte oder völlig absurd erschien. Doch ich folgte meinem Herzen und obwohl ich schon vorher daran glaubte, bin ich mir nach diesem Jahr vollends sicher, dass das der einzige Weg ist, zu leben.

Meine wichtigste Entscheidung

Im Januar traf ich den Entschluss, meine Website umzubenennen und mich nicht länger hinter einem Fantasie-Namen zu verstecken, sondern fortan meinen richtigen Namen zu benutzen. Mit dieser Entscheidung ging auch das Ziel einher, bis Ende des Jahres als Autorin wahrgenommen zu werden.

Zum ersten Mal seit meine Website online ging, nahm ich mich selbst wirklich ernst – was dazu führte, dass auch andere mich ernst nahmen.

So fanden immer mehr Menschen zu mir, lasen meine Texte und bedankten sich für mein Sein und Wirken – ein unbeschreibliches Gefühl!

Die Art und Weise, wie ich wahrgenommen wurde, ehrte mich, denn plötzlich wurde ich immer mehr für meine Worte bekannt und damit identifiziert. Im Oktober bekam ich sogar die Möglichkeit, meine Worte auf einer Tafelwand in meinem Heimatort zu präsentieren, was definitiv ein Highlight dieses Jahres war.

Mein beruflicher Weg

Das Jahr war reich an Veränderungen. Die wohl größte Veränderung war die Kündigung meines Jobs in dem Café, in dem ich drei Jahre lang gearbeitet hatte. Dieser Job gab mir lange Sicherheit, denn er erfüllte mich und war bequem. Doch meine Zeit war gekommen und so ging ich. Wohin, wusste ich in diesem Moment noch nicht, denn ich wollte mir erstmal ein paar Wochen eine Auszeit nehmen, um mich auf mich zu besinnen und mir dann einen neuen Job suchen.

Ich konnte nicht ahnen, dass aus dieser Auszeit drei Monate werden würden, weil ich durch Corona und den ersten Lockdown keine Chance hatte, einen Job zu finden.

Die Zeit war ein Segen, denn ich hatte dadurch viel Raum für mich und meinen persönliche Weiterentwicklung.

Nach diesen drei Monaten bekam ich ein Jobangebot, das von Anfang an nicht das war, was ich wollte. Ich wusste es, doch irgendetwas zog mich zu dieser Stelle, deswegen sagte ich zu. Es war eine unglaublich spannende Zeit für mich, in der ich viel darüber herausfand, was ich eben nicht wollte und in der ich zeitweise an meine Grenzen kam. Niemals zuvor in meinem Leben hatte mir ein Job so viel Energie und Kraft geraubt wie dieser – und doch bin ich dankbar für die Erfahrungen, die ich dort machte, die Erkenntnisse, die ich über mich selbst gewann und für die Menschen, die ich kennenlernte.

Im August dann, ich saß gerade auf einer Parkbank und dachte über meinen weiteren beruflichen Weg nach und dass dringend etwas anders werden musste, rief mich meine heutige Chefin an und fragte mich, ob ich bei einer Hochzeit aushelfen könnte. Sie hätte die Nummer von einem alten Kollegen von mir, der nun bei ihr angestellt war.

Überrascht, doch sehr dankbar, sagte ich zu und traf sie noch am gleichen Tag, damit wir uns kennenlernen konnten. Drei Wochen später trat ich meine neue Stelle an.

Zwei Monate übte ich meinen Job ganz normal aus. Bis der zweite Lockdown kam…

Meine wichtigste Erkenntnis

Im April stöberte ich so durch mein Bücherregal und suchte nach einem Buch, das ich noch nicht gelesen hatte. Langsam zog ich Jeder ist beziehungsfähig* von Stefanie Stahl aus dem Regal und betrachtete es nachdenklich. Ich hatte mir dieses Buch schon vor einem Jahr gekauft, doch hatte es aus Arroganz bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelesen. Ich meine, klar war ich beziehungsfähig.

Oder nicht?

Mit jeder Seite, die ich las, wurden mir noch ein Stückchen mehr die Augen geöffnet und ich erkannte, wie sehr mein inneres Kind mein Liebes- und Beziehungsleben beeinflusste. Diese Erkenntnis war befreiend und schmerzhaft zugleich, denn plötzlich kamen alte Ängste hoch, die ich nicht glaubte, in mir zu tragen. Doch nur Ängste, die an die Oberfläche kommen, sind wir im Stande zu heilen und so ließ ich sie zu.

Das Buch legte einen wichtigen Grundstein, doch war noch lange nicht das Ende meiner Reise zum inneren Kind. Aktuell beschäftige ich mich wieder intensiv damit und lese Vom Jein zum Ja!* von Stefanie Stahl, in dem es um Bindungsängste geht.

Ich denke, dieses Thema wird noch einige Zeit von 2021 in Anspruch nehmen und obwohl ich weiß, wie viel Schmerz dadurch auf mich wartet, freue ich mich drauf, denn unter diesem Schmerz liegt Liebe und Freude und ein neues, freieres Ich, das endlich geboren werden möchte.

Wofür ich besonders dankbar bin

Durch reinen Zufall begegnete ich einem Menschen, der innerhalb kürzester Zeit einer der wichtigsten Personen in meinem Leben werden sollte. Von Anfang an war eine Verbindung da, von Anfang an waren wir einfach wir selbst. Wir kannten uns nicht und doch war es so, als würden wir uns schon ewig kennen.

Er trat genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben und begleitet mich seitdem in jedem Augenblick als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, was es nicht ist, deswegen bin ich täglich dankbar für dieses wundervolle Geschenk.

Danke, dass du da bist!

Was mich sprachlos machte

Jedes Jahr habe ich ein Wort des Jahres, das mir kurz vor dem Jahreswechsel wie eine Eingebung in den Kopf kommt. Dieses Wort prägt das Jahr und ich schaue auch im Hinblick darauf gerne zurück.

2020 war dieses Wort „Einfluss“. Ich hatte Anfang des Jahres noch keine Ahnung, was das bedeuten sollte, doch je mehr Menschen mir folgten und meine Texte lasen und je mehr wundervolle Nachrichten mein Postfach erreichten, desto sicherer wurde ich, dass das Potential in mir schlummert, Menschen in ihrem Sein und Wachsen zu beeinflussen.

Jede einzelne Nachricht, jedes liebe Wort rührt mich wirklich sehr, doch was mich tatsächlich sprachlos machte, war ein Bekannter, der sich innerhalb kurzer Zeit vor meinen Augen veränderte.

„Was ist los mit dir?“, fragte ich ihn eines Tages. „Du siehst so anders aus.“ Er lächelte mich an. „Den Schuh kannst du dir anziehen“, sagte er. „Du hast mir gezeigt, worauf es im Leben ankommt.“

Er fing an, an sich zu arbeiten, was irgendwann dazu führte, dass mehr Scheiße hochkam als er für den Moment verkraften konnte. Und so saß er vor mir und vertraute sich mir an, erzählte mir von seinem Leben, von seiner Selbstaufgabe und davon, wie ich alles veränderte als ich in sein Leben kam. Dass er wieder einen Sinn im Leben sähe: Das Leben selbst. Gerade läge er am Boden, sagte er, doch das wäre nunmal der Preis dafür.

Ich war baff. Ja! Ja! Ja! schrie es in mir, aber ich war kaum in der Lage irgendetwas zu sagen.

„Ich will Leben sein!“, sagte er zu mir und ich bekam eine Gänsehaut.

„Du hast eine Gabe“, fügte er hinzu. „Bitte hör niemals auf zu tun, was du tust.“

Was sonst noch passierte

Ich könnte dir hier eine Kante ans Bein labern und dieser Artikel reicht bei weitem nicht, um mein Jahr zusammenzufassen. Doch einen Überblick wollte ich dir zumindest geben, denn 2020 war ein wichtiges Jahr, das in meiner Biografie nicht fehlen darf, denn all das, was passierte, ist der Grundstein für 2021. Das spüre ich und es füllt mich mit Aufregung und Euphorie.

Hier in Kurzform noch ein paar weitere Highlights des Jahres:

  • Nach sechs Monaten bei mir, ist meine Schwester im April in eine eigene Wohnung gezogen.
  • Ich schickte ein Manuskript meines ersten Buches an Verlage, doch da ich keine Rückmeldung bekam bzw. nicht warten wollte, entschloss ich mich – Trommelwirbel – das Buch selbst zu veröffentlichen.
  • Mir kam ganz plötzlich die Idee zu meinem zweiten Buch, an dem ich seitdem voller Feuer arbeite.
  • Ich eröffnete meinen Online Shop.
  • Ich wurde zum Thema „Selbstbestimmt leben“ interviewt. Mein erstes Interview, das ich gegeben habe und eines meiner Ziele für 2020 (Link folgt, sobald es öffentlich ist).
  • Nachdem ich dem Job im März den Rücken kehrte, beschloss ich für mich, meinem Brotjob, so viel Freude er mir auch machte, nicht mehr so viel Raum in meinem Leben zu geben und nur noch in Teilzeit zu arbeiten.
  • Ich hielt meine eigenen, wunderschönen Visitenkarten in den Händen.
  • Ich kaufte mir ein Auto. Verrückt. Mein erstes eigenes – naja, fast: Meine Schwester und ich teilen es uns, weil wir nicht jeder ein Auto brauchen.

Es gab noch gefühlt 500 andere Dinge, die passiert sind und die mein Leben im Jahre 2020 so richtig turbulent gemacht haben. 2020 war magisch, 2020 war transformierend und ich glaube, eben weil ich durch so viele Höhen und Tiefen gegangen bin, ist 2020 bisher mein Lieblingsjahr, denn kein Jahr war bisher so lebendig.

Nun warte ich gespannt auf 2021, das mindestens genauso großartig wird, aber vielleicht ein bisschen ruhiger. So fühlt es sich zumindest an.

Wir werden sehen…


Erleuchtung braucht keine Räucherstäbchen,
sondern manchmal einfach nur
das richtige Wort zur richtigen Zeit.

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