kolumne

Erleuchtung braucht keine Räucherstäbchen

Und plötzlich gibt es nichts mehr in mir außer Liebe. Eine grenzenlose Freude breitet sich von meinem Innern aus in die Welt. Ich bin völlig frei von Angst, völlig frei von Zweifeln, völlig frei von Grenzen.

Ich bin losgelöst von Zeit und Raum, bin nicht mein Körper, sondern nur noch meine Seele. Ich spüre alles und jeden in mir, spüre meine Macht und meine eigene Unendlichkeit.

Ich breche in Tränen aus, weil es das allerschönste Gefühl ist: Vollkommen, rein, pur. Es ist wahr, dieses Gefühl, und alles, was ich bin.

Ich fühle mich als könnte ich fliegen, während ich mich in meinem Sein so verankert fühle wie nie.

Das hier bin ich.

Diese Freude.
Diese Geborgenheit.
Diese Liebe.

Das bin ich.

Sonst nichts.

Erleuchtung.

Ein krasses Wort.

Die meisten denken dabei an buddhistische Mönche, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als zu meditieren.

Oder sie denken an Freaks, die mit weiter Kleidung und langen Haaren barfuß durch den Wald laufen und Mantras singen.

Erleuchtung scheint für einen bodenständigen Menschen, der mitten im Leben steht, gar nicht erreichbar zu sein.

Schade eigentlich, denn dieses Erlebnis, das ich oben beschrieben habe, ist erst ein paar Tage her. Und weißt du was? Ich meditiere schon Jahre nicht mehr, prakiziere nicht mal mehr Yoga und ein Mantra habe ich noch nie in den Mund genommen.

Trotzdem war das nicht das erste Mal, dass ich einen Moment der Erleuchtung erlebte. Und nein, ich nehme auch keine Pilze oder ähnliche bewusstseinserweiternde Substanzen.

Wie habe ich es also angestellt? Wie komme ich in diesen erhabenen Zustand, wenn nicht mit den “üblichen” Mitteln?

Nun.

Tatsächlich habe ich sehr lange Zeit meditiert. Täglich.

Außer dass ich einen besseren Kontakt zu meinem Körper herstellen konnte, hat mir das Ganze allerdings nicht besonders viel gebracht, denn so verbunden ich mit meinem Körper war, so entfernt war ich von meiner Seele.

Dem Zentrum von allem.

Denn in der Seele, so weiß ich heute, wohnt die ganze Wahrheit, die ich bin. In der Seele wohnt die Liebe, die mein wahrer Kern ist und mich mit allem und jedem verbindet. In der Seele wohnt meine Göttlichkeit.

Wenn ich keinen Kontakt zu meiner Seele habe, habe ich keinen Kontakt zu meiner Göttlichkeit und bin somit völlig unfähig, Erleuchtung zu gelangen.

Leuchtet ein, oder? (Haha!)

Ich will damit übrigens nicht sagen, dass Meditation nicht funktioniert. Ich glaube sogar, dass Meditation sehr gut funktioniert. Nur eben bei mir nicht und auch bei vielen anderen gibt es weitaus bessere Wege, seine Mitte zu finden.

Der Blick nach innen

Vielleicht kennst du meine Geschichte: Ich lebte sehr lange ein Leben, dessen Fundament meine Ängste waren. Ich hatte in meiner Kindheit einen so dicken Panzer um mein Herz und damit um meine Seele gebaut, dass ich nicht im Stande war, unter diesen Panzer zu schauen – in mein Inneres.

Ich betrachtete immer bloß den Panzer und lebte dementsprechend. Es war ein Leben mit angezogener Handbremse, in dem ich weder mein volles Potential leben konnte, noch mich wirklich lebendig fühlte.

Glücklich war ich, ja. Aber lebendig? Hm…

Immerzu fragte ich mich, ob es das gewesen sein sollte und dennoch ignorierte ich diese Frage jahrelang.

Ich ahnte nicht, dass diese ständige Sehnsucht nach mehr, die Sehnsucht nach meiner Seele war, von der ich mich so sorgfältig abgetrennt hatte.

Die Sehnsucht nach mehr, war die Sehnsucht nach dem Licht in mir und nach meinem wahren Sein.

Doch ich fand einfach keinen Zugang zu meiner Seele. Auch nicht durch Meditation.

Für mich war der entscheidende Moment jener, in dem ich mein Herz einen Spalt breit öffnete. Ich war zum ersten Mal mutig genug, Schmerzen in Kauf zu nehmen und auf mein Herz zu hören.

Das änderte alles.

Seit diesem Zeitpunkt gab es kein Zurück mehr. Ich spürte meinen wahren Kern aus Liebe und Vertrauen und setzte fortan alles daran, immer mehr an diesen Kern zu gelangen.

Ich blickte zum allerersten Mal in mich hinein und hörte auf, bloß an der Oberfläche meiner Existenz zu kratzen. Ich tauchte tiefer und tiefer, gelangte immer mehr zu meinem Kern.

Bis zu dem Moment, in dem ich zum ersten Mal nichts anderes spürte als meine wahre Existenz und die Göttlichkeit in mir.

Es war überwältigend.

Erleuchtung braucht keine Räucherstäbchen

Ich bin kein Mönch. Ich meditiere nicht. Ich bin nicht weltfremd und keine Träumerin, die nur von Luft und Liebe lebt. Oder so tut.

Ich mag Kaffee, enge Kleidung und Wein. Ich höre Rammstein und Udo Jürgens und alles, was dazwischen ist. Ich kann ziemlich laut sein, bin offen und gesellig, obwohl ich auch gerne alleine bin. Ich habe keine Angst, mir die Hände schmutzig zu machen und bin bei verrückten Aktionen gerne dabei.

Ich bin Vieles. Bodenständig. Liebenswert. Witzig.

Ich bin spirituell.

Spiritualität ist für mich ein völlig natürlicher Teil meines Daseins. Ein Teil meines Daseins. Ich verliere mich nicht in dieser Blase, weil ich weiß, dass es mehr gibt: Das Leben selbst.

Und so lebe ich mein Leben, das von außen recht normal zu sein scheint, doch so viel mehr ist. Weil ich mehr bin. Ich weiß das. Ich spüre das – manchmal eben so sehr, dass ich gar nichts anderes mehr spüre.

Und mit jedem Tag komme ich näher an die Liebe in mir, weil das Leben selbst der beste Lehrer ist.

Ich folge meinem Herzen und es führt mich in die abenteuerlichsten Geschichten. Manchmal sind sie schmerzhaft. Manchmal sind sie völlig absurd. Manchmal sind sie wunderschön und immer, immer führen sie mich näher zu mir selbst.

Ich mache keine Kakaozeremonien, lege keine Karten, habe keinen Altar in meinem Wohnzimmer und rede auch nicht mit Engelwesen.

Ich urteile nicht über diese Dinge, denn sie alle haben sicher ihren Wert für die jeweilige Person, die sie praktiziert. Ich möchte auch gar nicht ausschließen, dass ich all das irgendwann selbst mal ausprobiere.

Aber ich möchte dir zeigen, dass es auch anders geht.

Denn nicht jeder kann sich mit diesen, teilweise sehr verrückt anmutenden, Praktiken anfreunden, geschweige denn damit identifizieren und damit ist das Thema Erleuchtung für die meisten Menschen vom Tisch und wird jenen überlassen, die um ihr Periodenblut herumtanzen oder bei Vollmond nackt im Fluss sitzen und ihre Heilsteine aufladen.

Der Weg zur Erleuchtung ist das eigentliche Ziel

Möglich, dass ich irgendwann mal völlig losgelöst von meiner weltlichen Existenz bin, doch darauf kommt es nicht an. Es kommt niemals auf das eigentliche Ziel an, weil der Weg das wirklich Entscheidende ist.

Ich befinde mich gerade auf diesem wunderbaren Weg zu der Liebe in mir und komme ihr beinahe täglich näher. Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich noch vor einem Jahr war und erst recht nicht der Mensch, der ich vor zwei Jahren war. Ich entwickle mich ständig weiter und darauf kommt es an.

Es ist spannend, dieses Leben, in dem du nicht weißt, ob du morgen noch der gleiche Mensch sein wirst wie heute oder ob nicht eine einzige Begegnung alles auf den Kopf stellt.

Es gehört Mut zu diesem Leben, denn du lässt dich völlig in die Ungewissheit ein und wirfst alle Sicherheit, die du zu haben glaubst, über Bord. Du beginnst, dem Leben und vor allem dir selbst zu vertrauen und genau das gibt dir mehr Sicherheit als jedes Konstrukt, das du dir im Außen errichten kannst.

Jeder Schritt zur Erleuchtung ist ein Schritt zu dir selbst, mit jedem Schritt bist du in der Lage, authetischer, selbstbestimmter, freudvoller und intensiver zu leben, denn du löst dich immer mehr von deinen Ängsten, die dich von deinem wahren Sein abgrenzen.

Und somit wird der Weg zur Erleuchtung etwas sehr Normales und sogar Erstrebenswertes, denn wer möchte denn nicht leben, wie er ist?

Wer möchte denn ein Leben führen, das von seinen Ängsten geprägt und somit fremdbestimmt ist, weil uns all die Ängste, die wir haben, von außen eingeflößt wurden?

Möchtest du das?

Erleuchtung ist kein Wettkampf

Erleuchtung braucht keine Räucherstäbchen, sondern einzig und allein die Bereitschaft, immer mehr du selbst zu werden. Es geht um die Bereitschaft, dich deinen Ängsten zu stellen und in sie hinein zu tauchen, um die Liebe zu entdecken, die auf dem Grund deiner Ängste auf dich wartet.

Jeder Schritt zur Erleuchtung ist ein Erfolg. Jeder Schritt fühlt sich gut an – wenn du nach links und rechts schaust, anstatt nach vorne. Denn Ziele können irre führen und dich ablenken von dem, was zählt.

Mit der Erleuchtung ist es wie mit einem Orgasmus. Wenn du zu verbissen bist, wirst du weder das eine, noch das andere erreichen. Beides erreichst du nur dann, wenn du dich fallen lässt.

Und genau auf diese Art und Weise wird nicht nur dein Sex besser, sondern auch dein Leben, weil der Weg plötzlich viel intensiver wird.

Es geht auch nicht darum, plötzlich nur noch zu lächeln und Liebe zu predigen. Es geht darum, Liebe zu sein – und zwar in dem Maß, in dem du in der Lage bist, sie zu sein.

Unterdrückte Gefühle bringen keinem was.

Schmerz schon.

Schmerz ist der Schlüssel zur Liebe. Du kannst dich nicht von heute auf morgen entscheiden, Liebe zu sein und damit alle Probleme beseitigen. Du bist voller Ängste, voller Mangel, voller Zweifel – und das ist okay!

Was meinst du, wie viel Scheiß ich noch mit mir herumtrage? Es überrascht mich manchmal selbst, wie sehr ich noch von alten (und neuen) Dämonen heimgesucht werde. Aber sie sind da und ich heiße sie willkommen, so sehr sie mich manchmal auch zu Boden werfen, denn immer wenn ich wieder aufstehe, bin ich noch mehr Liebe.

Ist das nicht schön?

Du bist mehr

Ich weiß, dass du mehr bist. Deswegen schreibe ich. Ich möchte dich daran erinnern, wer du bist.

Ich verspreche dir keine Erleuchtung, denn ich kann dir nichts versprechen, was von dir selbst abhängt, doch ich glaube, dass jedes meiner Worte das Potential hat, dich näher zu deinem Kern zu bringen, weil jedes meiner Worte direkt aus meinem Herzen kommt.

Jedes meiner Worte hat dadurch eine solche Wucht, dass sie im Stande sind, die Mauern, die du zum Schutz um dein Herz gebaut hast, einzureißen.

Ja, ich glaube, dass ich dein Leben verändern kann, denn Erleuchtung braucht eben keine Räucherstäbchen, sondern manchmal einfach nur das passende Wort zur passenden Zeit.

Sonst nichts.


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