An alle Menschen, die niemals an mich glaubten

Du hast mir so lange keine Anerkennung für meinen Weg gegeben, dass ich sie nun nicht mehr brauche. Es ist nett gemeint und ich danke dir, doch ich kann meinen Weg nun alleine gehen. Ich brauche nicht deine Zustimmung, brauche nicht deinen Stolz – alles, was ich brauche, trage ich in mir.

Vielleicht war es gut, dass du mich nicht unterstützt hast, mich nicht angetrieben hast mit deiner Anerkennung, denn so musste ich für mich selbst kämpfen, meinen eigenen Weg gehen, ohne auf deine Reaktion zu achten. Vielleicht bin ich deswegen der Mensch, der ich heute bin, vielleicht ist deswegen mein Weg der richtige. Weil ich auf niemanden hören musste, auf niemanden hören konnte, außer auf mich selbst.

Schön, dass du nun hinter mir stehst, nun da du siehst, dass es funktioniert und dass ich glücklich bin. Ja, es erfreut mich auf eine Art und Weise, während es mich gleichzeitig traurig macht. Denn irgendwie warst du nie da und hast dadurch so viel verpasst. Mein Stolpern. Mein Hadern. Meine Zweifel und all meine Stürze. Du kennst die Wunden nicht, die ich mir auf meinem Weg zugezogen habe und auch nicht die Siege, die ich errang, denn du warst nie da, hast nie an mich geglaubt.

Ich habe mir den Arsch aufgerissen, um zu sein, wer ich bin. Doch das hast du niemals gesehen. Du hast nicht gesehen, wie ich über den Boden gekrochen bin, weil ich manchmal meinte, ich würde keine Luft mehr kriegen. Du hast nicht gesehen, wie ich getanzt habe, weil ich mehr Erfolg hatte als ich mir hätte wünschen können. Du hast so Vieles nicht gesehen.

Du siehst mich jetzt. Bist stolz. Du sagst: “Gut gemacht!” und ich kaufe es dir ab. Ich freue mich sogar ein bisschen. Und gleichzeitig ist da diese große Kluft, die sich aufgetan hat als ich auf der Reise war. Sie wurde immer größer, mit jedem Schritt, und hat mich dabei immer mehr von dir entfernt. Ich ging los, du bliebst da. Ich erlebte Abenteuer, doch ich schrieb keine Karten, weil sie dich nicht interessiert hätten.

Ich sah so Vieles auf meinem Weg, das mich beinahe zerbrach, das mich faszinierte, das mich wachsen ließ. Und du weißt nichts von all dem. Du weißt nichts.

Also danke für deine Anerkennung, doch ich brauche sie nicht. Ich gab sie mir selbst, hatte keine andere Wahl, denn ich war allein. Nun bin ich am Ziel und du siehst es, bist stolz.

Und dabei hast du doch so viel verpasst.

Das Ziel nämlich, so weiß ich jetzt, war der Weg. Der Weg hat mich geprägt, nicht das Ziel. Ich hätte dich gerne an meiner Seite gehabt, doch ich war allein. Und nun bin ich da und du bist es auch. Schön für dich, doch nicht schön für mich. Denn du hast gefehlt in all der Zeit.

Und nun brauche ich dich nicht mehr.

Ich brauche nur noch mich.


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